Agrar KG Wittbrietzen

Die Geschichte der Agrar GbR Wittbrietzen


Im Zuge der Kollektivierung der Landwirtschaft, zu Beginn der 60 er Jahre, hatte sich in Wittbrietzen eine LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) gegründet die unter damaligen Gesichtspunkten immer als Vorzeigebetrieb dargestellt wurde. Hierbei handelte es sich um eine Typ 3 LPG, die neben Acker – und Viehwirtschaft auch das dörfliche Bild geprägt hatte. Neben dem Konsum und der Gaststätte hatte sich auch daraus ein Kartoffellagerhaus entwickelt. Man hatte sich damals für den Namen LPG „Neues Leben“ entschieden, welches für die Menschen zur Folge hatte, dass dies für sie auch eintrat. Die ärmlichen Strukturen und die schlechte Wertschöpfung der landwirtschaftlichen Arbeit wurden durch Preisstützungen und Planwirtschaft gefördert und der Fortschritt begann zu wachsen.

Es war den Menschen zwar nicht mehr gestattet ihr Land selber zu bewirtschaften, aber ihnen wurde je nach Größe ein Genossenschaftsanteil zugewiesen.

Aus dieser geschichtlichen Grundlage hat sich in der ostdeutschen Region eine einzigartige Kulturlandschaft geformt, welche durch ihre Größe den damit verbundenen Fortschritt und Wachstum im Ländlichen Raum bis heute prägt. Durch Arbeit und Fleiß der Menschen und unter Leitung von Hans Jürgen Schmidt wurde bis zur Wende die LPG zu eben diesem Vorzeigeobjekt.


Jedoch kam es nach der Wende 1990 zur Liquidation der LPG „Neues Leben“. Die damalige Euphorie der Menschen hat zu einer sehr starken Abwanderung geführt, auch speziell im landwirtschaftlichen Bereich. So kam es zur Frage: Wie geht es weiter mit der LPG. Bei einer Gesellschafterversammlung wurde die Frage gestellt „Wer will das hier weitermachen?“. Nach einem Augenblick der Stille haben sich Jürgen Frenzel und Jörg Schmidt gemeldet und erklärt, dass sie gemeinsam die LPG Neues Leben übernehmen werden. Dies war die Geburtsstunde (1.12.1991) der Agrar GbR Frenzel und Schmidt in Wittbrietzen. Frenzel und Schmidt haben dann in mühevoller Arbeit über Jahrzehnte den Betrieb weiter aufgebaut. Besonders im Bereich der Milchviehhaltung zeichnet sich der Betrieb durch ein einzigartiges Haltungssystem aus, welches immer auf das Wohlbefinden der Tiere ausgerichtet ist. Dies wird bestätigt durch die Tatsache, dass die Milchproduktion schon mehr als 8 Tiere mit einer Lebensleistung von über 100.000 Liter hervorgebracht hat. Als Hauptgrund für diese Leistung ist das Haltungssystem zu sehen, welches auf der Grundlage von Tiefstreu basiert. Der dabei gewonnene Mist dient dem Ackerbau als wichtige Grundlage für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und für die Nährstoffversorgung. Somit hat sich über die Jahre auch das Ertragspotenzial, der doch relativ schlechten Böden deutlich verbessert. 



Im Jahr 2001 hat sich die Geschäftsleitung der Agrar GbR dazu bereit erklärt ein in Insolvenz geratenen Betrieb im Nachbardorf mit zu übernehmen. Aus diesem Betrieb entstand die Landgut Hennickendorf GmbH. Hier werden die männlichen Tiere aufgemästet, die aus der Milchproduktion der Agrar- GbR hervorgehen. Um unsere extensiven Weideflächen zu nutzen, wurde schon Anfang der neunziger Jahre eine Mutterkuhherde aufgebaut. Diese bleibt ganzjährig draußen und liefert uns Absetzer, die wir an andere Mäster weiter verkaufen.


Nach jahrelangem Wirtschaften mit der Rasse Holstein Friesen haben sich Jörg Schmidt und sein Geschäftspartner Jürgen Frenzel dazu entschlossen mit der Rasse Jersey weiter zu züchten. Dies geschah 2006 und noch immer ist der Prozess des Umzüchtens nicht abgeschlossen. Jedoch kann man schon jetzt sehen, wie positiv diese Entscheidung sich auf das Betriebsergebnis ausgewirkt hat. Diese kleinen Kühe brachten in der Vergangenheit eine Qualitätssteigerung in den Milchinhaltsstoffen in solchem Maße, dass der Betrieb nun auch eine Biogasanlage bauen konnte die zur weiteren Verwertung ausschließlich mit Mist und Gülle betrieben wird. 

Für die nächsten Jahre ist geplant, dass wir aufgrund unserer Berlinnähe eine spezielle Fleischvermarktung aufbauen möchten, wobei Jersey- und Wagyufleisch an den Mann gebracht werden sollen. Wir wünschen uns für die Zukunft, dass der Betrieb mit seinen Mitarbeitern weiter am Markt wächst und Produktionssicherheit von Lebensmitteln gewährleistet werden kann. Dies ist nur mit der Unterstützung unserer Verpächter möglich. Für die jahrelange Treue bedanken wir uns bei all diesen und hoffen auf weiterhin gute Zusammenarbeit.

Erstellt von Mattias Schmidt